Developed in conjunction with Joomla extensions.

Volltextsuche

Die nächsten Veranstaltungen

30.04.2017
Kinderführungen
30.04.2017
Spargelfahrten
01.05.2017
Spargelfahrten
07.05.2017
Frühstücksfahrt
07.05.2017
Spargelfahrten

Das aktuelle Wetter im Selfkant

WetterOnline
Das Wetter für
Gangelt

Diesellok V 1 "Langeoog"

Fahrzeugdaten

  • Achsanordnung
Bdm
  • Hersteller
Humboldt-Deutz, Köln
  • Fabrik-Nummer
18444
  • Baujahr
1937
  • Fahrzeugmasse
-
  • Länge über Puffer
-
  • Bremsausrüstung
-
  • Bremsgewicht
-
  • Leistung
-
  • Motortyp
-
  • letzte Betriebsverwaltung
Rütgers AG, Werk Peine, ursprünglich Inselbahn Langeoog
  • bei der Selfkantbahn seit
1993, erworben 1989
  • Status
Betriebsfahrzeug

Fahrzeuggeschichte

Feldbahnlokomotive für den Einsatz auf einer Inselbahn

Die 1901 eröffnete Meterspurbahn auf der Nordseeinsel Langeoog, die den Schiffsanle­ger mit dem Dorf verbindet, wurde anfangs als Pferdebahn betrieben. Erst 1937 ging die Bahn auf Lokomotivbetrieb über. Für die nur 3,5 Kilometer lange und fast ebene Strecke reichten kleine leichte Diesellokomotiven, wie sie sonst eher auf Feldbahnen anzutreffen waren.

So beschaffte die Inselbahn zwei fabrikneue Diesellokomotiven der Humboldt-Deutz-Motoren AG in Köln. Die etwas schwächer mo­torisierte Lok V 1 gehörte zu dem verbreite­ten Feldbahntyp OMZ 117 der Firma Deutz, der für unterschiedliche Spurweiten zwischen 600 und 1067 mm (Kapspur) produziert wurde, zwischen 1932 und 1942 allein über 1650 Stück. Mitte der fünfziger Jahre erwies sich diese Lok mit ihren ursprünglich nur 24 PS als zu schwach. 1956 wurde sie beim Kauf einer neuen Diesellok bei deren Hersteller Schöma in Diepholz in Zahlung gegeben.

Schöma versah die Lok mit einem neuen Deutz-Zweizylinder-Dieselmotor, der mit sei­nen 28 PS seinerzeit auch viele Traktoren motorisierte. Die überholte Lok ging an ein Schwellenlager der Bundesbahn im südniedersächsischen Northeim, von wo aus sie 1969 zu einem Schwellentränkwerk der Rütgerswerke in Peine gelang­te. Wahrscheinlich schon bei der Überholung bei Schöma wurde die Lok auf die sehr selte­ne Spurweite von 1040 mm umgespurt. Diese Spurweite, die in der einschlägigen Fachlite­ratur fast unbekannt ist, soll in der Branche der Schwellen- und Tränkwerke einst weit verbreitet gewesen sein. In Northeim hatte die V 1 anstelle üblicher Zug- und Stoßvorrichtungen hohe Pufferplatten erhalten, mit denen die mit Schwel­len beladenen Loren verschoben bzw. gesto­ßen und gedrückt wurden. Die Strecke, die sie auf dem Gelände des Schwellenwerkes in Northeim zurücklegen konnte, betrug ganze 50 Meter.

In Peine kam die Lok wahrscheinlich nicht mehr zum Ein­satz, da man den Verschub der Loren mittler­weile mit umgebauten Traktoren schneller und flexibler durchführte. So fristete sie na­hezu 20 Jahre einen Dornröschenschlaf auf dem Werksgelände. Ende 1989 konnte die Selfkantbahn sie zum Schrottpreis von den Rütgerswerken übernehmen.

An Ihrer Aufarbeitung waren neben der Selfkantbahn die MaLoWa Bahnwerkstatt, die Kreiswerke Heinsberg und das Berufsbildungszentrum Euskirchen beteiligt. Neben der Rückumspurung auf Meter­spur und einer Überholung des Motors und der Blechaufbauten wurde die Lok auch wie­der mit kleinbahnüblichen Zug- und Stoßvor­richtungen versehen.

Mit ihren winzigen Abmessungen dürfte die V 1 auch für eine Kleinbahn die Untergrenze der Motorisierung dargestellt haben. Immer­hin haben neben dem Einsatz bei Anschluß­- und Werksbahnen bis Ende der sechziger Jahre ähnlich kleine Dieselloks von Deutz auch den Streckendienst bei den Inselbahnen auf Juist und Spiekeroog bewältigt.

© Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V.