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Diesellok V 7 und V 8 "Helmut"

Fahrzeugdaten

Technische Daten V 7 (Ablieferungszustand)

  • Achsanordnung
C-dm
  • Hersteller
VEB Lokomotivbau "Karl Marx"
(LKM), Potsdam-Babelsberg
  • Fabrik-Nummer
250349
  • Baujahr
1967
  • Fahrzeugmasse
16 t
  • Länge über Puffer
5470 mm
  • Bremsausrüstung
-
  • Bremsgewicht
-
  • Leistung
102 PS (75 kW)
  • Motortyp
-
  • letzte Betriebsverwaltung
1974-1992 - Kupferhühhe Helbra
1992-2019 - Brohltalbahn
  • bei der Selfkantbahn seit
2019
  • Status
In Revision

Fahrzeuggeschichte

Der DDR-Lokomotivbau "Karl Marx" (LKM) in Potsdam-Babelsberg, hervorgegangen aus der früheren Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel, begann 1949 mit der Produktion von Diesellokomotiven für Industrie- und Werks-bahnen. Dafür wurde ein Typenprogramm für verschiedene Spurweiten und Leistungsklassen mit weitestgehend genormten Bauteilen entwickelt.

Ab 1959 bot LKM u.a. eine dreiachsige Bauart mit der Typbezeichnung V 10 C in Spurweiten von 600 mm bis 1067 mm an, die bis 1975 in großen Stückzahlen gebaut wurde, teilweise sogar in tropentauglicher Ausführung für den Export. Die Lokomotiven haben bei Spurweiten bis 762 mm einen Außenrahmen, bei den Spurweiten 900 mm, 1000 mm und 1067 mm einen Innenrahmen. Der Antrieb erfolgt dieselmechanisch über ein Viergang-Schaltgetriebe auf eine Blindwelle, die über Kuppelstangen mit den Radsätzen verbunden ist. Die Loks wurden wahlweise mit wasser- oder luftgekühlten Sechszylinder-Viertakt-Motoren des VEB Dieselmotorenwerk Schönebeck geliefert. In der Standardausführung hatten sie nur eine Wurfhebelbremse, auf Wunsch wurden sie aber auch mit Druckluft- oder Vakuumbremse ausgerüstet.

Der größte Teil der V 10 C wurde auf Werksbahnen eingesetzt, einige kamen aber auch zur Deutschen Reichsbahn und taten auf ehemaligen Kleinbahnen Dienst, z.B. beim Restbetrieb der Spreewaldbahn bei Cottbus oder bei der Harzquerbahn (alle 1000 mm Spurweite).

Die V 8 der Selfkantbahn wurde 1967 gebaut und an den VEB Mansfeld-Kombinat "Wilhelm Pieck" geliefert. In diesem Kombinat war der Kupferbergbau in der Mansfelder Mulde, zwischen Harz und Halle/Saale, einschließlich der umfangreichen Werksbahnnetze in 750 mm und 1000 mm Spurweite, zusammengefaßt. Die Reststrecke Klostermansfeld - Hettstedt des einstmals sehr ausgedehnten 750 mm - Netzes wird heute als Museumsbahn betrieben; die frühere Bahnwerkstatt in Klostermansfeld arbeitet heute als private Werkstätte Eisenbahnfahrzeuge auf, darunter auch schon Fahrzeuge der Selfkantbahn.

Die Diesellok V 8 war vor Schlackezügen auf der meterspurigen Werksbahn der August-Bebel-Hütte in Helbra eingesetzt. Nach der Stillegung der Kupferhütte wurde die Lok 1992 von der Selfkantbahn erworben. Nach Anpassung der Zug- und Stoßvorrichtungen an die Normalien der Selfkantbahn, Neuprofilierung der Radsätze, Einbau eines mitgelieferten Tauschmotors und Ergänzung der bereits vorhandenen Druckluft-Rangierbremse durch eine Zugbremse diente die Diesellokomotive seit 1996 in erster Linie dem Rangierdienst im Bahnhof Schierwaldenrath, kam aber auch vor Zügen zum Einsatz. Sie erhielt im Jahre 2000 in Erinnerung an unser mittlerweile verstorbenes Vereinsmitglied H. Steiger, der ihre Aufarbeitung ermöglichte, den Namen "Helmut".

Im Sommer 2019 wurde die Lok abgestellt und durch Ihre Schwestermaschine V7 ersetzt. Diese Maschine war auch 1992 von der Brohltalbahn erworben worden, wurde jedoch dort nie eingesetzt sondern direkt abgestellt. 2019 gelangte sie nun zur Selfkantbahn und soll dort unter Verwendung altbrauchbarer Teile ihrer Schwestermaschine V8, die in den Jahren von 1996 bis 2019 bei der Selfkantbahn im Einsatz stand, revidiert werden.

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